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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Frage: Wie oft sollte man jährlich zum Zahnarzt gehen und kostet das immer die Praxisgebühr?

Antwort: Man sollte mindestens 2 mal im Jahr zum Zahnarzt zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Wird dabei keine Behandlungsbedürftigkeit festgestellt, so kostet das nicht die Praxisgebühr in Höhe von 10 €. Für privat Versicherte gibt es keine Praxisgebühr.
Frage: Wie oft zahlt die gesetzliche Krankenkasse die Entfernung von Zahnstein? Antwort: Nur 1 mal im Jahr, was natürlich nicht ausreichend ist, da sich bei den meisten
Menschen schon nach wenigen Wochen neuer Zahnstein gebildet hat. Dauerhafter Zahnstein begünstigt die Entstehung der Parodontitis.
Frage: Warum ist Individualprophylaxe( professionelle Zahnreinigung) so wichtig? Antwort: Zahnbelag(Plaques) und Zahnstein sind die Hauptursache für Karies und Parodontitis. Die regelmäßige Entfernung von Plaques und Zahnstein
Reduziert die Erkrankungsrate um 90 Prozent. Das heißt, wer regelmäßig Zur Prophylaxe geht, hat wenn er normalerweise in 10 Jahren 10 Löcher in den Zähnen bekommen hätte, nur eins zu erwarten. Gleiches gilt für die Vorbeugung vor Parodontitis oder der Begleit- und Nachbehandlung bei Parodontitis-Erkrankten.
Frage: Stimmt es, dass Parodontitis mitverantwortlich für Herzinfarkte, Schlaganfall oder Diabetes sein kann?
Antwort: Ja es stimmt. Nach neuesten Studien können anaerobe( ohne Sauerstoff lebende) Parodontitisbakterien die Blutgefäßwände so verändern, dass das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Diabetiker haben oft Parodontitis, aber auch umgekehrt kann die Parodontitis Diabetes begünstigen. Ursache dafür sind die Entzündungsherde im Mund. Sie können die Insulinresistenz der Zellen verstärken. Dadurch kommt es zu starken Blutzuckerschwankungen.
Frage: Warum ist das Rauchen schädlich für Zähne und Zahnfleisch? Antwort: Im Tabakrauch sind Nikotin, Teer und hunderte von chemischen Verbindungen enthalten. Namentlich Teer und Nikotin begünstigen einerseits durch ihren rauen Film auf den Zähnen die Anhaftung von Plaques und Bakterien, andererseits durch Störungen im Stoffwechsel eine erhöhte Entzündungsaktivität.
Frage: Ist die Marke der Zahnpasta entscheidend, wie gesund meine Zähne sind?

Antwort: Ja und nein. Eine gute Zahncreme, und das sind fast alle, enthalten Fluorid, um die Zahnoberfläche zu härten. Manche enthalten desinfizierende Zusätze, um Entzündungen vorzubeugen. Wiederum andere enthalten Zusätze, um empfindliche Zahnhälse zu behandeln. Entscheidend bleibt aber die Zahnputztechnik und die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und Zwischenraumbürstchen.

Deshalb ist es nicht wichtig, ob man eine sehr teure oder preiswerte Zahncreme kauft. Abzulehnen sind Zahncremes mit sehr hohem Putzmittel- und Schleifkörper-Anteil, wie z.B. Raucherbelagentfernungspasten. Diese können bei Langzeitgebrauch den Zahnschmelz zerstören und das Zahnfleisch. verletzen.

Frage: Was bedeutet es, wenn beim Zähneputzen gelegentlich das Zahnfleisch blutet? Antwort: Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Daher sollte bei Zahnfleischbluten immer der Zahnarzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob nur eine Putzverletzung oder eine Zahnfleischerkrankung dahinter steckt. Oft beginnt so schleichend eine Parodontitis(Zahnbettentzündung).
Frage: Was kann man gegen Mundgeruch tun und woher kommt er? Antwort: 80 Prozent der Ursachen für Mundgeruch liegen in der Mundhöhle selbst. Der Rest entsteht durch HNO- oder internistische Ursachen. Die Probleme im Mundbereich stammen überwiegend von flüchtigen Schwefelverbindungen., die bei der Zersetzung von Speichel entstehen. Parodontitis, schlechte Mundhygiene, bakterielle Nischen im Mund, wie Karies, undichte Füllungen, abstehende Kronenränder begünstigen die Entstehung. Daher kann eine Therapie derselben in Kombination mit Perfektion der Hygiene auch der Zunge deutliche Besserung bringen.
Frage: Ist Parodontitis ansteckend ? Antwort: Im Allgemeinen ist Parodontitis nicht auf andere Menschen übertragbar, doch gibt es sehr aggressive Parodontitiskeime, die bei intensiver Speichelübertragung, wie z.B. beim Küssen, auf andere Menschen übertragen werden können. In diesem Fall wäre bei entsprechender Veranlagung eine Erkrankung möglich.
Frage: Ist Karies ansteckend? Antwort: Kariesbakterien werden schon im Säuglingsalter von der Mutter auf das Kind übertragen, so dass bei hoher Keimzahl der Mutter schon eine potentielle Gefahr für das Kind entstanden ist, an Karies zu erkranken. Deshalb ist die Prophylaxe (professionelle Zahnreinigung) gerade für Mütter mit Kleinkindern so wichtig. Bei der Keimübertragung von Erwachsenen kann durch eigen Mundhygiene die Entstehung von Karies verhindert werden.
Frage:  Welches Füllungsmaterial ist am Besten? Antwort: Am Besten, weil langfristig im Durchschnitt bis zu 20 Jahren haltbar sind Gold- oder Keramikfüllungen. Sie bestechen durch einen perfekten Füllungsrand, im Falle der Keramik auch durch eine hervorragende Ästhetik. Diese Füllungen sind nahezu unsichtbar. Weit dahinter, aber auch sehr lange haltbar rangiert das Amalgam. Trotz seiner Nachteile, wie die silberne Farbe oder der Quecksilbergehalt ist es doch mit durchschnittlich 10 Jahren sehr haltbar. Compositfüllungen (zahnfarbener Kunststoff) sehen ästhetisch aus, sind aber bei großen Füllungen längst nicht so haltbar. Mit einer sehr sorgfältigen Verarbeitungsweise des Zahnarztes und guter Materialauswahl lassen sich Haltbarkeiten von 5 – 10 Jahren erzielen.
Frage:  Warum muss man bei Kunststofffüllungen im Seitenzahngebiet als Kassenpatient etwas
dazu bezahlen?
Antwort: Die von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlte Regelleistung für Füllungen im Seitenzahngebiet ist die Amalgamfüllung. Wünschen Patienten eine andere Füllungsvariante, z.B. eine Kunststofffüllung zahlt der Patient die Mehrkosten selbst. In Abhängigkeit davon, welches Material und welche Technik der Zahnarzt anwendet, differieren die Mehrkosten stark. Eine perfekte Kunststofffüllung wird unter absoluter Trockenlegung mit Kofferdamgummi , Adhäsiv- und Mehrschichttechnik gelegt. Das ist vielkomplizierter und zeitaufwendiger als das Legen einer Amalgamfüllung.
Frage: Welche Zahnkronen sind am Besten? Antwort: Die Haltbarkeit von Kronen ist in erster Linie abhängig von der Passung auf dem präparierten Zahn. Unabhängig vom Material kann mit jeder Krone eine Passung erzielt werden, die eine Haltbarkeit von 10-20 Jahren ermöglicht. Für den Patienten, der hohe ästhetische Ansprüche hat, empfehlen sich vollkeramische Kronen (Zirkonoxid, Procera®) oder keramisch verkleidete Metallkronen. Für den Seitenzahnbereich können auch Metallkronen verwendet werden, wenn die Ästhetik nicht entscheidend ist. Als metallische Materialien kommen Gold-, Titan- oder Nichtedelmetalllegierungen in Frage.
Frage: Warum gibt es beim Zahnersatz so große Preisunterschiede unter den verschiedenen
Zahnärzten?
Antwort: Die Unterschiede liegen hauptsächlich bei den Kosten für das Material und Labor. Wird ein Edelmetall verwendet, so entstehen leicht zusätzliche Kosten von
mehreren hundert Euro bei größeren Arbeiten. Wird Titan oder Keramik verarbeitet, so entstehen höhere Laborkosten. Viele Krankenkassen empfehlen ihren Patienten die Anfertigung ihres Zahnersatzes durch ein Labor im Ausland, meist Asien oder Türkei, wo im Niedriglohn beschäftigte Zahntechniker den Zahnersatz billiger herstellen als deutsche Zahntechniker. Das zahnärztliche Honorar spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Frage: Was ist eine Wurzelkanalbehandlung? Antwort: Wenn die Nervenhöhle (Pulpa) eines Zahnes erkrankt, so dass der Patient an Zahnschmerzen leidet, kann der Zahn nur mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden. Dazu wird unter guter Anästhesie der entzündete Wurzelkanal gereinigt, was manchmal mehrere Sitzungen dauern kann und anschließend mit
einer meist gummiartigen Paste verfüllt, so dass ein bakteriendichter Verschluss entsteht. Meistens benötigt der Zahn nach der Wurzelkanalbehandlung eine Krone, die den Zahn vor Fraktur schützt und gegen Bakterien abschirmt.
Frage: Warum muss der Kassenpatient bei Wurzelkanalbehandlungen häufig selbst dazu zahlen? Antwort: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Wurzelkanalbehandlungen an allen Zähnen, die einen Gegenzahn im anderen Kiefer haben, oder wo Zahnersatz erhalten werden kann. Weisheitszähne, Zähne ohne Gegenzahn, Zähne, bei denen der Erfolg einer Wurzelkanalbehandlung von vornherein unwahrscheinlich ist, wie z.B. bei abgeknickten Zahnwurzeln, dürfen nicht zu Lasten der Kassen behandelt werden. Auch qualitätsverbessernde Maßnahmen, wie z.B.Laser, Mikroskop oder
elektrische Ausmessung der Wurzelkanäle müssen vom Patienten selbst getragen werden.
Frage: Was ist der Vorteil von Laser in der Zahnheilkunde? Antwort: Laser arbeiten mit Lichtenergie verschiedener Wellenlängen. Dies macht man sich in der Zahnheilkunde zunutze. So gibt es Laser für Schleimhautbehandlung oder Laser für die Kariestherapie von Zähnen . Die Laserenergie tötet Bakterien restlos ab, so dass z.B. bei der Wurzelkanal- oder der Parodontitisbehandlung mit dem KaVo Key Laser® deutlich bessere Heilungsresultate erzielt werden können. Bei der Behandlung der Karies kann man z.B. mit dem Millennium Waterlase Laser® eine sterile Oberfläche produzieren, die sauber mit Kunststoff verfüllt werden kann. Das konventionelle Bohren hinterlässt keine sterile Oberfläche und muss separat desinfiziert werden. Da der Laser ohne Druck und Vibration arbeitet, wird die Behandlung mit dem Laser vom Patienten als angenehmer empfunden.
Frage: Was ist der Vorteil von Ozon in der Zahnheilkunde? Antwort: Ozon (dreiwertiger Sauerstoff) durchdringt kariös veränderte Zahnsubstanz und tötet die darin befindlichen Bakterien ab. Ist die Karies noch nicht weit fortgeschritten, kann sie remineralisieren und ausheilen. Auch bei der Behandlung überempfindlicher Zahnhälse und der Sterilisation von Zähnen nach Füllungs- oder Kronenpräparation hilft Ozon hervorragend. Ozon wird sehr gut von Kindern und ängstlichen Erwachsenen akzeptiert, weil die Methode völlig schmerzfrei ist.
Frage: Mit welchem Alter sollten Kinder zum ersten Mal zum Zahnarzt gehen? Antwort: Das günstigste Alter ist, wenn die Kinder schon Zähne und möglichst noch keine Zahnschäden haben. Das ist mit ca. 2 Jahren der Fall. Sind schon Zahnschäden erkennbar, sollten die Kinder früher zum ZA gebracht werden. Die Zahnärzte legen heute sehr viel Wert auf Verhinderung der Karies und durch die schmerzfreie prophylaktische Behandlung der kleinen Kinder entstehen keine Ängste.
Frage: Was tun, wenn sich ein Kind in der Schule oder beim Spielen die Zähne verletzt? Antwort: Sofort zum Zahnarzt gehen. Eventuell herausgeschlagene Zähne oder Zahnecken suchen und in Zahnrettungsbox (ersatzweise kalte H- Milch) legen und mitbringen. Unfall in der Schule melden, da dann die Unfallversicherung der Schulen für alle Kosten aufkommt.
Frage: Sind Zahnaufhellungen (Bleaching) schädlich für die Zähne? Antwort: Nein, da nur Pigmente aufgehellt werden, wird die Struktur des Zahnschmelzes nicht beeinflusst.
Frage: Welche Methoden gibt es beim Bleaching? Antwort: Eine effiziente aber sehr teure Methode ist das In-Office-Bleaching. Dabei wird mit einerstarken Plasmalampe oder mit Laser ein auf die Zähne aufgetragenes Bleichgel aktiviert und in einer Sitzung bereits eine Aufhellung erzielt. Einfacher ist die Home-Bleaching- Methode, bei der speziell angefertigte Bleichschienen mit Bleichgel gefüllt werden und zu Hause am besten beim Schlafen getragen werden. Diese Methode ist sehr preiswert und schon nach wenigen Tagen hat man hellere Zähne. Wurzeltote verfärbte Zähne lassen sich durch das interne Bleichen aufhellen, wobei der Zahnarzt direkt in den Zahn ein Bleichmittel einlegt.
Frage: Sind schlechte Zähne ein unabwendbares Schicksal? Antwort: Nein, mit Prophylaxemaßnahmen, Schutz der Zahnsubstanz durch Fluoride bis hin zu keramischen Überzügen lassen sich auch nur schwach mineralisierte Zähne bis ins hohe Alter erhalten.
Frage: Sollten Patienten mit Zahnprothesen auch regelmäßig zum Zahnarzt gehen? Antwort: Ja. Es muss regelmäßig kontrolliert werden, ob die Prothesen noch richtig sitzen. Durch das Kauen schwindet der Kieferfortsatz, auf dem die Prothesen aufliegen. Die Prothesen müssen dann mit Kunststoff unterfüttert werden. Die Mundschleimhaut muss auf Druckstellen oder chronische Entzündungen untersucht werden. Eine Untersuchung sollte zweimal jährlich erfolgen.
Frage: Ist Ernährung wichtig auch für die Zähne? Antwort: Ja. Kohlenhydratarme Kost reduziert deutlich die Karies. Ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Ernährung beugt Allgemeinerkrankungen vor und senkt das Parodontitisrisiko.
Frage: Ist Zahnarztphobie(Angst vor dem Zahnarzt) heilbar? Antwort: Oft ja. Die Zahnarztangst hat häufig ihre Ursache in unangenehmen Erinnerungen aus der Kindheit. Durch die entstandene Angst werden Zahnarztbesuche vermieden oder nur dann durchgeführt, wenn akute Schmerzen einem keine Wahl mehr lassen. Dann erfolgt die akute Schmerzbehandlung, die notwendige Sanierung der übrigen Zähne unterbleibt. Es kommt zum Verfall des gesamten Gebisses. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Den ersten Ansatz muss der Patient selbst machen. Er muss sich eine Behandlung vornehmen und den Zahnarzt aufsuchen. Es ist wichtig, dass ein Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt entsteht, in dem auf die Belange des Patienten Rücksicht genommen wird. Das bedeutet den Einsatz alternativer Behandlungsmethoden, wenn möglich, wie z.B. Laser, Ozon, Entspannungstherapie, gute Schmerzausschaltung, Ist das Vertrauensverhältnis da, gelingt häufig die gesamte Sanierung. Danach braucht der Patient nur noch regelmäßig zur professionellen vorbeugenden Zahnreinigung (Prophylaxe) zu gehen, um die wieder gewonnene Zahngesundheit zu erhalten.


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©2003-2010, Zahnarzt- & Prophylaxepraxis Dr. med. dent. Christian Radtke, Berlin Neukölln

Mitglied der Zahnärztekammer Berlin